"Ekstase in Wuppertal"

Hallo Wuppertal und das ganze Drumherum,

 

es gibt diese Tage im Leben, an denen wird selbst der autarkste Einzelgänger zum Rudeltier.

Und manchmal ist das tatsächlich gut so.

Am vergangenen Dienstag, den 30.8.2016, war ich mit meiner lieben Freundin Kathrin beim „Rudelsingen“ in der historischen Stadthalle Wuppertal.

Ursprung für mein Interesse an dieser Veranstaltung war ein Snap von der lieben Juli von heimatPOTTential, die während der diesjährigen Extraschicht ein ähnliches, wenn auch etwas kleiner geartetes, Event besucht und via Snapchat darüber berichtet hat.

Juli hatte so unglaublich viel Spaß daran, mit all den anderen Leuten in dieser schönen Location (wenn ich jetzt noch wüsste, wo das war…) zu stehen und ein Liedchen nach dem anderen mit zu singen. Ich weiß nicht mehr genau, um welche Lieder es sich handelte, aber Juli war mit der ihr eigenen Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft bei der Sache, ihr ganzer Körper swingte mit und sie hat mich so mitgerissen, dass ich am liebsten auch sofort Teil dieser Menge sein wollte.

Naja, sofort mitmachen ging ja nun nicht, aber ich konnte sofort gucken, ob es denn nicht so was auch in

Wuppertal oder Drumherum gibt. Also habe ich “Karaoke für alle“ oder sowas in der Art gegoogelt und bin auf die Seite Rudelsingen.de gestoßen. Und tatsächlich gab es dann am 30.08. einen Termin mit verfügbaren Karten in Wuppertal, noch dazu in der historischen Stadthalle, super genial.

Also, zwei Plätze reserviert für das liebe Kathrinchen und mich und große Vorfreude gehabt. Kathrin war in Düsseldorf schon des Öfteren bei Frau Höpker, kennt also des Konzeptes des „Rudelsingens“ zur Genüge und ist mit Begeisterung dabei. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass mir der Begriff „Rudelsingen“ genauso zuwider ist wie das „Rudelgucken“ zu Zeiten von WM oder EM.

Aber wat soll‘s, Begriff hin oder her, wir wollten Spaß haben beim Singen. Nun kann ich ja echt mal so gar nicht singen, selbst bei dem blöden SINGSTAR auf der Playstation habe ich früher immer verloren.

Also konnte ich nur hoffen, mit meinen falschen Tönen in der Masse ordentlich unterzutauchen. Schon mal vorweg: ich glaube, das hat wirklich geklappt. Bei mehr als 1000 Besuchern in der Wuppertaler Stadthalle bin ich vermutlich nicht allzu negativ aufgefallen, yesss! Und ich hatte echt richtig Spaß.

Das Ambiente der Stadthalle ist charmant und beeindruckend, die Menschen waren alle friedlich und voller Vorfreude, und spätestens bei „Westerland“ als Intro hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper. Es gab ein „Best of Rudelsingen“, das heißt eine wilde Mischung der beliebtesten Lieder der letzten fünf Jahre Rudelsingen (und wenn ich „wilde Mischung“ schreibe, meine ich das wörtlich! An Robbie´s "Angels" schloss sich ein Kinderlieder- Medley an, wir sangen „Hoch auf dem gelben Wagen“ ebenso wie „Dancing Queen“ und ein hebräisches Volkslied, um an dieser Stelle nur einige zu nennen).

Durch den Abend führten uns David Rauterberg als Vorsänger und Matthias Schneider als musikalische Begleitung. Rauterberg gestaltet den Abend und den Raum zwischen den einzelnen Liedern sehr witzig, macht ein bisschen Entertainment zwischendrin und vermittelt den Leuten Spaß am Singen. Was mich allerdings nicht ganz so berührt sondern manchmal eher gestört hat, waren seine sehr ausufernden Bewegungen beim Singen, die mir zum Teil aufgesetzt vorkamen, sein Charme hat mich nicht zu jeder Zeit voll erreicht. Das ist aber mein ganz eigenes Gefühl, dem Publikum an sich schien es sehr gut zu gefallen, es war im Gros ein wirklich unglaublich toller, beflügelnder Abend.

Besonders positiv aufgefallen ist mir die Tatsache, dass „Rudelsingen“ offensichtlich generationsübergreifend und- zusammenführend ist. Ich habe einige Gäste gesehen, die als komplette Familie teilgenommen haben, die Teenies sind wirklich mit Mama und Papa zusammen gekommen, super schön. Zwar haben sie sich an manchen Stellen lustig gemacht, wenn die Eltern aus vollem Herzen ihre „Weißt-du-noch-Schatz“- Lieder von früher mitgeschmettert haben, alles in allem war aber ein zauberhaftes Zusammengehörigkeitsgefühl zu beobachten, das mich sehr berührt hat.

 

Voller Inbrunst hat der komplette Saal dann das Lied vom Lehnchen vom Tippen- Tappen- Tönchen mitgesungen, an diesem Abend habe ich also auch noch die heimliche Stadthymne von Wuppertal kennengelernt.

Der komplette große Saal sowie auch die Galerie sind bestuhlt, allerdings findet der singende Teil im Stehen statt, was rein qualitativ sicher sinnvoll ist, zum Ende des Abends aber etwas anstrengend

wurde, weil man zwischen den Stuhlreihen nur wenig Bewegungsradius hat.

Im großen Saal der Stadthalle waren keine Getränke erlaubt, was von den Rudelsing- Profis, die sonst beim Singen in der „Börse“ dabei sind, eher negativ quittiert wurde, alles in allem tat das aber der positiven Grundstimmung keinen Abbruch, sorgte nur in den Pausen für einen starken Run auf die Bar im Foyer der Halle.

Mein Fazit nach meiner ersten persönlichen Rudelsingen- Erfahrung:

ich kann den großen Erfolg dieses Konzeptes voll und ganz verstehen, ich habe selten in der letzten Zeit ein solches Gemeinschaftsgefühl, eine so tiefe Zufriedenheit und so viel Spaß bei mir selbst und meiner Umgebung wahrgenommen.

Abends zu Hause habe ich direkt zwei Karten für meine nächste Veranstaltung reserviert, allerdings diesmal in der Cobra in Solingen und mit Tobias Sudhoff und Gereon Homann. Ich bin schon wirklich gespannt, ob die beiden es schaffen, mich vielleicht noch dieses kleine Quäntchen mehr mitzureißen, das mir bei David Rauterberg gefehlt hat.

Mit diesem Singen in Gemeinschaft habe ich wirklich eine große Entdeckung für mich selbst gemacht, die ich Euch von ganzem Herzen weiterempfehlen kann!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0