Steine und Geröll

Hallo Wuppertal und das ganze Drumherum,

 

es gibt diese Tage im Leben, die sind einfach steinig-und manchmal das ist genau richtig so.

 

 

Wie einige von euch wissen, verbringe ich Urlaube unwahrscheinlich gern auf Fuerteventura. Ich fahre bevorzugt in den Süden der Insel, ich mag einfach gern die wunderschönen breiten und langen Strände und das milde Klima dort, allzu große Temperatursprünge kennt man auf Fuerte nicht, übers Jahr nur rund 10°.

Außerdem gefällt mir die entspannte Atmosphäre von leben und leben lassen. Da mischen sich am Strand Dicke und Dünne, Alte und Junge, Nackige und Bekleidete, jeder wie er mag… Hach, Fuerte ist toll. Allein beim Schreiben mag ich grad nen Flug buchen und einfach hin! Zehen in den Sand bohren, Salzluft um die Nase wehen lassen und auf einmal ist einfach alles jut!
 

Vor einigen Jahren hatte ich einmal einen Freund, der mit seiner Freundin den Urlaub auf „meiner“ Insel verbracht hat.

(Wohl gemerkt, ich hatte ihnen davon abgeraten, weil die beiden keine puren Strand- und Erholungsurlauber sind, sie hatten aber im Internet die putzigen Atlashörnchen gesehen und wollten die unbedingt mal live erleben und füttern)

Die beiden waren unglaublich enttäuscht von der kargen Vegetation.
„Nur Steine und Geröll, Sandra, wie langweilig ist das denn da!? Steine und Geröll, Geröll und Steine, nie wieder fahre ich da hin! “

 

Ganz ehrlich, ich hatte dem wenig entgegenzusetzen. Wenn man darauf steht, sich ein Auto zu mieten, von Stadt zu Stadt zu fahren und unterwegs immer mal anzuhalten, um fremde, großartige, grüne Pflanzen und zahlreiche unbekannte Tierarten zu bewundern, dann wird man vermutlich von Fuerteventura eher enttäuscht sein. Ich hingegen mag die Insel aufgrund der von mir oben genannten Gründe für einen absoluten Faul- und Erholungsurlaub.

 

Nun aber Obacht, hier mein ultimativer Tipp, wenn euch das schnöde Faulenzertum einfach zu wenig ist:

macht euch mit Steinen und Geröll eine Gaudi! Wer Lust hat auf einen halben Tag Action und Spaß abseits der befestigten Straßen, der ist bei Thomas und Sandra von „Xtreme Car-Rental, S.L.“ genau richtig.

In diesem Jahr war mein Freund das erste Mal mein Begleiter auf Fuerteventura und der wollte neben einem Erholungsurlaub noch das tun, was er auch zu Hause gerne tut: Gas geben! Am besten offroad, mit einem Buggy! Über Steine und Geröll und Geröll und Steine! 

Bei einem Bummel durch Costa Calma haben wir uns einen Flyer von „Xtreme“ mitgenommen und die reine Buggy- Tour, sprich ohne Quads dabei, wie das bei anderen Anbietern der Fall ist, sprach meinen Freund sehr an. Ich fand ja ehrlich gesagt die Windschutzscheiben extrem attraktiv. Versteht ihr nicht? Okay, vielleicht so viel zur Erklärung:

Thomas und Sandra sind bislang die ersten, die im Raum Jandia/Costa Calma die Premium- Buggy- Touren mit Fahrzeugen eines spanischen Herstellers anbieten, die wie ein komplettes Auto aussehen. Die „China-Buggys“, wie Thomas sie nennt, mit denen andere Anbieter (und bis vor kurzem auch Thomas noch) fahren, sind extrem spartanisch und abgespeckt, wie ich vom Aussehen her finde. Insbesondere fehlt denen ein wesentliches Detail, nämlich die Frontscheibe. Offroad- Fahrvergnügen hin oder her, ich finde es schon ganz nett, wenn ich nicht komplett ungefiltert den Staub des Vordermannes schlucken muss, eventuell noch beschleunigt durch den berühmten Fuerteventura- Wind! Pfui…

So fiel die Wahl also auf „Xtreme“ und ihre spanischen Adventure 900. Und was soll ich sagen, wir haben es nicht bereut!

Wir hatten auf der insgesamt etwas über 60 km langen Strecke von Costa Calma nach La Pared viel Spaß, sowohl der Freund als Fahrer wie auch ich als ziemlich cool behelmte Beifahrerin. Was sicherlich nicht zuletzt daran lag, dass wir uns bei Thomas als Leader gut aufgehoben fühlten. Vorab bekam unsere Truppe, die aus insgesamt vier Paaren unserer Altersstufe bestand, genaue Instruktionen bezüglich Fahrverhalten, Rücksichtnahme innerhalb der Gruppe und zu den Funktionen der Fahrzeuge. Thomas fuhr mit seinem Buggy an der Spitze, wir anderen dahinter.  

 

Ich finde, Helm kann ich definitiv tragen. Zerstört auch nur minimal die Frisur...

Zuerst führte uns der Weg ein Stück durch Costa Calma, wobei man sich in der Stadt mit den knatternden Fahrzeugen doch etwas als Fremdkörper fühlt und für ziemliches Aufsehen sorgt. Offroad wirken die Adventure 900 dann viel mehr zu Hause, hier fühlen sie sich mit ihren 74 PS und einer maximalen Geschwindigkeit von 60 km/h richtig wohl und machen mega Spaß. Sie rumpeln über Stock und Stein, graben sich in den Sand und gehen einfach mächtig ab. Es war mir nicht immer möglich, während der Fahrt zu fotografieren oder filmen, meist musste ich mich einfach nur festhalten, weil ich alter Schisser meinte, ich könnte sonst womöglich seitlich aus dem offenen Auto fallen (jaaa, lacht Ihr nur!)

 

Dreimal haben wir unterwegs Pause gemacht, davon zweimal, um die wirklich tolle Aussicht auf die Küste zu genießen, einmal gab es etwa auf der Hälfte der Strecke eine Kaffeepause, bei der wir uns mit Getränken und Kuchen (die Kosten trägt jeder Fahrer selbst) etwas gestärkt haben.

Ganz wichtig war für uns alle der Toilettengang, denn die Hoppelei über Stock und Stein rüttelt doch mächtig an der Blase! Gegen späten Mittag waren wir wieder am Ausgangspunkt angelangt, allesamt staubig, müde und happy. 

 

Thomas und Sandra leben seit etwa 19 Jahren auf der Insel, haben jahrelange Erfahrung mit geführten Touren und bieten die Premium- Buggy- Tour nun seit Anfang 2016 an.

Wir haben im März 2016 110,- € pro Buggy mit zwei Personen bezahlt, als Einzelfahrer zahlt man, glaube ich, weniger. Wir wurden alle am Hotel abgeholt und nach der Tour auch wieder zurückgebracht, das war echt komfortabel.

Wichtig ist vielleicht noch zu sagen, dass Schwangere nicht an der Tour teilnehmen dürfen, was aufgrund der Rüttelei und Hoppelei auch mehr als verständlich ist. Ihr solltet unbedingt festes Schuhwerk tragen, sowohl Fahrer wie auch Beifahrer. Tragt keine allzu guten oder neuen Sachen, Ihr seht nach der Tour aus als hättet Ihr Sandengel auf den Pisten gemalt anstatt sie nur zu befahren.

Ein nicht allzu empfindlicher Magen ist sicher bei all dem Auf und Ab auch hilfreich.

Wenn Ihr also mal richtig Lust habt, euch auf Fuerte nicht nur faul in die Sonne zu legen, bucht unbedingt „euer unvergessliches Urlaubserlebnis“ (O- Ton Flyer von Xtreme), macht euch einen extrem spaßigen Tag und erlebt Steine und Geröll mal von der spannenden Seite. 

 

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