Über mich (und diesen Blog)

Hallo Wuppertal und das ganze Drumherum,

 

mein Name ist Sandra, ich komme aus dem Ruhrgebiet und das merkt man mir an.

Ich kann meine Herkunft nicht verleugnen, selbst wenn ich wollte, was ich nicht tue, denn ich bin durchaus stolz. Stolz ein Kind des Pottes zu sein, mit allem, was dazu gehört.

 

Ich habe eine große Klappe, aus der immer mal ein dat und wat herauskommt, bin direkt, manchmal zu ehrlich und zu laut. Aber: ich bin auch immer da, wenn man mich braucht, höre zu, halte Händchen, koche ein Süppchen und tröste.

Wahlweise schleppe ich aber auch beim Umzug die Möbel und baue sie auf, den Akkuschrauber habe ich hierfür natürlich selber mitgebracht. Ein Mädchen für alles und jede Lebenslage, denn so sind wir im Pott, wir haben nicht nur Schnauze, sondern auch ein übergroßes Herz. 

Aber was passiert eigentlich, wenn man eine Ruhrpott- Pflanze ins Bergische Land versetzt?

Meine Erfahrung ist die folgende:

 

ich habe anfänglich so ziemlich alles hier ziemlich blöd gefunden! Die Straßen waren mir zu eng, die Wege zwischen den einzelnen Städten zu weit, und die Menschen fand ich anfangs auch irgendwie alle so anders.

Mein Freund, der ja nun aus dieser Region kommt, sagte damals zu mir, der gemeine Wuppertaler hätte prinzipiell latent miese Laune. Das läge wohl am schlechten Wetter, da alle Wolken an den Bergen hängen bleiben und es hier gefühlt zehnmal mehr regnet als im Rest der Republik.

 

Ganz von der Hand zu weisen ist der Ursprung für diese Gefühle vermutlich nicht. Ich meine, nicht umsonst hat man Ende des 19. Jahrhunderts, als der Platz zwischen den Bergen weitestgehend bebaut war, nach einer Alternative gesucht, um die Leute schnellstmöglich und ohne große Staus von A nach B quer durch Wuppertal zu befördern und so letztlich 1901 die Wuppertaler Schwebebahn in Betrieb genommen.

 

Hier ist der Raum, den Menschen, Gebäude und Straßen für sich beanspruchen können, einfach durch die Berge begrenzt. Das ist Fakt!

Und eben jene Berge greifen auch die eine oder andere Regenwolke ab, deren Schauer der Rest von Deutschland nicht zu sehen bekommt. (Das mit der schlechten Laune scheint mir hingegen bis dato eher ein Mythos zu sein.)

Insofern hatte ich, wann immer ich in den ersten Jahren nach meinem Umzug nach Wuppertal zurück ins Ruhrgebiet kam, das Gefühl, nur dort richtig durchatmen zu können.

Auf einmal hatte ich auf der Straße wieder Platz, der Himmel war blauer und die Sonne irgendwie heller, allesallesalles war einfach weiter, besser, schöner!!

Zurück in Wuppertal fehlte mir meine schöne Wohnung in Mülheim, meine vertraute Umgebung, meine Freunde, mein Mülheimer Bäcker mit dem besten Käsekuchen der Welt (und wo die Bäckereifachverkäuferin mich nicht schief anguckt, weil ich zum Kuchen eine Fanta bestelle, weil ich nämlich Kaffee verabscheue und zu schorrig bin, für nen schnöden Beuteltee 2,40 Euro hinzulegen), mein Busfahrer, der mich (jaaaa, zugegeben auch alle anderen Fahrgäste) immer so freundlich begrüßt, mein Pizzamann, der schon immer weiß, was ich essen möchte, bevor ich mich selbst entschieden habe, - kurzum, es fehlte einfach alles das, was deine Umgebung zu einem Zuhause macht.

Mit anderen Worten: ich bin in Wuppertal nie richtig angekommen und fühlte mich überhaupt nicht wohl, es war ganz und gar fürchterlich.

Nun haste zwei Möglichkeiten:

entweder, du brichst deine Zelte ab und gehst zurück in die Heimat oder aber du bekommst den Hintern hoch und verwandelst die „neue Stadt“ Stück für Stück von deinem persönlichen Waterloo in ein Zuhause.

 

So! Und wenn es nun einen bestimmten Grund hatte, dass du ins Bergische Land gezogen bist, zum Beispiel weil dein Freund hier familiär gebunden ist, dann haste auf einmal nur noch eine einzige Möglichkeit (gesetzt den Fall, du willst deine Beziehung nicht aufs Spiel setzen, wovon wir an dieser Stelle einfach mal ausgehen..).

Nämlich: Arsch hu, neuen Busfahrer, Bäcker, Pizzamann und weiteres suchen, jeden einzelnen Sonnenstrahl genießen. Anstatt die Enge zu beklagen besser all das Grün wahrnehmen, das im Bergischen zu finden ist, den Leuten einfach noch freundlicher als sonst begegnen und dann mal gucken was passiert.

 

Aufgeben war für mich nie eine Option, von daher ist es jetzt an mir, aktiv an meiner Zufriedenheit zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass es mir hier genauso gut wie (oder vielleicht sogar besser als?) in Mülheim geht.

Mit diesem Blog möchte ich euch mitnehmen durch mein neues Leben im Bergischen Land. Es gilt, tolle Restaurants und Cafés zu finden, Spazierwege auszumachen, DEN Lieblingsbäcker zu entdecken, das ein oder andere Museum zu besuchen, einfach das Leben zu genießen. Ich möchte alles zurück, was ich auch früher hatte und am liebsten noch vielviel mehr, denn ich glaube, das bergische Land kann das leisten.

Hier gibt es so viele wunderschöne grüne Ecken, gemütliche Kneipen, Kultur, Leben und wunderbare Menschen zu entdecken, so viele Dinge, die das Leben auch zwischen den Bergen lebenswert machen, man muss sich nur mal umsehen und sie sehen WOLLEN!

 

Also, auf geht‘s, seid ihr dabei? Vielleicht hat sogar der eine oder andere einen schönen Tipp für mich, was man in Wuppertal und Drumherum unbedingt sehen, erleben, kennen muss? Das würde mich freuen!

 

Eure Sandra